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Open Music Contest #3 -- Ergebnisse veröffentlicht

Wir freuen uns sehr mitteilen zu können, dass sich der Open Music Contest des AStA Marburg auch in seiner dritten Runde als großer Erfolg erwies. Im Frühjahr 2007 konnten sich erneut Bands und MusikerInnen aller Stilrichtungen mit bis zu drei eigenen Titeln für einen großen Auftritt und das Erscheinen auf unserem dritten Sampler bewerben, sofern sie diese Stücke unter eine Creative Commons-Lizenz stellen. Schirmherr des Wettbewerbs ist Lawrence Lessig:

sampler #3

"I am a very strong supporter of the Open Music Contest. The one thing we know for certain about the internet is that no one has yet figured out how culture will best spread, and be created, there. We therefore need many more experiments in creativity such as this, which encourage a wide range of creators to demonstrate the talent digital technology has helped unleash. Creative Commons music has become a core to this new field of creativity. I am extremely happy to see the Open Music Contest push the field even further." (Lawrence Lessig, Jura-Professor an der Stanford University, Boardmember der Electronic Frontier Foundation (EFF) und Initiator des Creative Commons-Projekts, ist Schirmherr des dritten OMC)


Mittlerweile sind sowohl die Ergebnisse als auch der OMC#3-Sampler veröffentlicht.

Ebenfalls sehr erfreut sind wir darüber, dass der Kreis der direkten UnterstützerInnen des Projekts deutlich wächst. So werden wir auch dieses Mal mit dem Musikportal mp3.de kooperieren. Darüber hinaus haben bereits der Chaos Computer Club, der LinuxTag, netzpolitik.org, die German Unix User Group, newthinking sowie der FoeBuD ihre Hilfe zugesagt. Der diesjährige OMC-Sampler wird zusätzlich auf einer Heft-CD der Zeitschrift LinuxUser erscheinen.

Zudem konnten wir für die ehrenvolle Arbeit im externen Teil der Jury bereits Persönlichkeiten aus den Projekten openusability.org, KDE und STOP1984 gewinnen.

Die Bewerbung lief in der Frist vom 23. Januar bis 13. Februar 2007 online über diese Homepage. Das Konzert in Marburg fand am 20. April 2007 statt. Außerdem gab es in diesem Jahr ein zusätzliches Konzert am 12. April 2007 in Berlin, welches im Rahmen der re:publica stattfand. Wer keine Frist versäumen darf oder allgemein über den Contest per Mail auf dem Laufenden gehalten werden möchte, sollte unseren Newsletter abonnieren.


arte-Beitrag vom 2. Juni 2007

Die Ursprünge des OMC

sampler #1

In Kooperation mit Project Leads der Creative Commons, dem Musikportal mp3.de und Institutionen der freien Software-Community richtete der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Philipps-Universität Marburg im Frühjahr 2005 zum ersten mal überhaupt einen "Open Music Contest" aus. Den GewinnerInnen stellten wir einen Auftritt als Support eines namhaften Headliners in Aussicht (im April 2005 waren dies Die Sterne); außerdem stellte die Jury aus den Einsendungen einen Sampler zusammen, dessen Erstauflage innerhalb weniger Tage vergriffen war.

The Contest continued

sampler #2

Im Februar 2006 waren erneut Bands aller Stilrichtungen aufgefordert, sich mit bis zu drei Stücken für einen Auftritt im Hörsaalgebäude Marburg vor mehr als 2.000 Besuchern und dem Erscheinen auf einem Sampler zu bewerben.
Wir konnten hocherfreut vermelden, daß die zweite Auflage des Wettbewerbs unsere Erwartungen erneut weit übertraf -- trotz einer um eine Woche verkürzten Bewerbungsfrist nahmen 45 Bands teil (ein Zuwachs von 30%) und reichten insgesamt siebeneinhalb Stunden Musik ein (ein Zuwachs von 50%). Die siegreichen Titel von 19 Bands aus dem ganzen Bundesgebiet erschienen am 13. April 2006 auf dem zweiten Sampler, der diesmal eine Auflage von 2.000 Exemplaren hatte. Auch dieser Sampler ist seit Anfang Mai, gut zwei Wochen nach Veröffentlichung, vergriffen. Selbstverständlich haben wir auch diesen Sampler vollständig zum Download gestellt.

Im dritten Jahr des OMC setzte sich dieser Trend deutlich fort: 76 teilnehmende Bands reichten 11,5 Stunden Musik ein, obwohl wir die Teilnahmefrist erneut kürzten, von ursprünglich fünf auf nunmehr drei Wochen. Das gesteigerte Interesse seitens der Bands überzeugte uns, den Sampler diesmal auf ein Doppelalbum anwachsen zu lassen.

Ungewöhnliche Teilnahmebedingungen

Das wirklich besondere an diesem bundesweiten Bandwettbewerb stellen die einmaligen Teilnahmebedingungen dar: Die Musikstücke, mit denen sich die Bands bewerben, müssen unter einer Creative Commons-Lizenz stehen. D.h. diese Musik wird "frei" -- sie darf kopiert und verbreitet werden, solange dabei die Urheber des Stücks genannt werden und wiederum auf die Lizenz hingewiesen wird. Dabei können die Bands darüber entscheiden, ob dies auch für die kommerzielle Nutzung gestattet ist, und ob die Stücke auch in veränderter Fassung verbreitet werden dürfen oder nicht. So ist es möglich, die veröffentlichten Sampler auch zum freien Download anzubieten.

Der Wettbewerb

Wir fassen die Teilnahmebedingungen des Open Music Contest einmal übersichtlich zusammen:

Teilnehmen können
  • Bands aller Stilrichtungen.
  • die nicht Mitglied der GEMA sind (eine GEMA-Mitgliedschaft ist derzeit nicht vereinbar mit der freien Lizenzierung einzelner Musikstücke).
  • mit bis zu drei eigenen Stücken.
  • die sie unter eine Creative Commons-Lizenz stellen.
Den Gewinnerbands bieten wir
  • einen Auftritt als Support eines namhaften Headliners vor über 2.000 Besuchern.
  • Erscheinen eines der eingereichten Stücke auf einem Open Music Sampler, der im Vorfeld des Konzerts produziert und verbreitet wird. Der diesjährige OMC-Sampler wird zusätzlich auf einer Heft-CD der Zeitschrift LinuxUser erscheinen.

Ausführliche Informationen zur Teilnahme sind den Frequently Asked Questions zu entnehmen.

Warum dieser Wettbewerb?

Den Studierendenvertretungen fällt u.a. die Aufgabe zu, sich den kulturellen Belangen von Studierenden zu widmen sowie sie darin zu unterstützen, sich gesellschaftlich und politisch mündig zu entwickeln.
Derzeit arbeitet die Bundesregierung an einem neuen Urheberrecht. Dieser Prozess erhält bislang an den Hochschulen nicht die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Dabei wird gerade an diesen Orten das Wissen erarbeitet und vermittelt, ohne das wir als Gesellschaft nicht überlebensfähig sein werden. Als kreativ angelegte Möglichkeit, Studierenden die Problematik des zukünftigen Umgangs mit "geistigem Eigentum" (die Free Software Foundation bevorzugt die Bezeichnung "geistige Monopole") bewusst zu machen, richtete der Marburger AStA im Vorjahr den ersten Wettbewerb dieser Art aus.

Das digitale Kommunikationszeitalter stellt auch den Umgang mit kulturellen Gütern neu zur Diskussion. Es ist heute sehr einfach und kostengünstig, Musik über das Internet weltweit zu verbreiten -- legal wie illegal. Wir möchten uns mit diesem Wettbewerb an der Diskussion beteiligen, welche Alternativen im Umgang mit Kulturgütern bestehen, welche Vor- und Nachteile sie für alle Beteiligten haben, wo sie sich ergänzen und ausschließen. Die Medienindustrie erprobt derzeit Wege, den freien Informationsfluss im Internet künstlich wieder zu einzuengen. Dass diese Experimente nicht ohne Probleme bleiben, verdeutlichen in jüngster Zeit z.B. die Skandale um riskante Kopierschutztechniken auf Audio-CDs von Sony BMG, DVDs von Kinowelt oder diversen Computerspielen. Die Free Software Foundation startete im Frühjahr 2006 die Kampagne "Defective By Design" um das Thema "Digital Restriction Management" (DRM) ins Bewußtsein der Öffentlichkeit zu tragen.

Dem setzen die Creative Commons-Lizenzen bewusst ein umgekehrtes Konzept entgegen: Das gezielte Erlauben. Wir halten dies langfristig für das nachhaltigere Modell; dass es aufgehen kann, zeigen bereits unzählige freie Softwareprojekte. Nicht zuletzt ist es der seit langem bewährten Arbeitsweise der wissenschaftlichen Gemeinschaft entlehnt. Hier gehört es nicht nur zum guten Ton, seine Arbeitsergebnisse untereinander verfügbar zu machen -- es ist vielmehr die unverzichtbare Basis für Fortschritt und Entwicklung.

Warum diese Diskussion an den Hochschulen tatsächlich mehr als überfällig ist, illustriert auch der gelungene Übersichtsartikel "Über die Ketten der Wissensgesellschaft" des Journalisten Richard Sietmann. Wie die Übertragung des Lizenzmodells der Creative Commons auf den wissenschaftlichen Publikationsprozess funktioniert, erläutert der im Universitätsverlag Göttingen erschienene Band "Rechtliche Rahmenbedingungen von Open-Access-Publikationen". Das Buch steht selbst unter einer CC-Lizenz und kann unter dem angegebenen Link auch kostenlos heruntergeladen werden.

Eine Initiative des
AStA Marburg
mit unterstützung von
mp3.de
ccc
linuxuser
linuxtag
newthinking
netzpolitik
foebud
 

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